Einmal ist nicht Keinmal

digitale Einzelverkäufe

Twitter implementiert Spendenoption (=Einzel-Transaktionen)

Twitterer können nun einen Spendenhut aufstellen, damit ihre begeistertsten Follower freiwillig Geld überweisen können. Diese Funktion hat Twitter eingerichtet, obwohl es gleichzeitig intensiv an einem Aboangebot arbeitet. Warum auch nicht? Spendenaufrufe und Abos schließen sich nicht aus.

obwohl es auch Abomodell vorbereitet

Spenden sind Einmalbezahlungen. Einmalzahlungen und Abos schließen sich auch nicht aus. Außer bei digitalen journalistischen Angeboten. Dort sind Einzeltransaktionen, sieht man vom gelegentlichen Einzelverkauf von E-Papern oder– ohnehin immer seltener werdenden – Zeitpässen ab, ein beinahe unerschlossenes Monetarisierungsmodell.

Das gilt vor allem für den Verkauf einzelner Artikel. Diese dringend notwendige Hintertür für den von immer mehr Paywalls umzingelten Multi-Mediennutzer will fast kein Verlag aufmachen. Es gilt aber auch für andere digitale Einzeltransaktionen. Warum eigentlich?

Digitalspiele monetarisieren vor allem über Einzeltransaktionen

Bsp. Fortnite

Einzeltransaktionen sind für viele erfolgreich monetarisierende Digitalangebote eine wichtige, nicht selten die wichtigste Erlösquelle. Wenn sie einen Jungen im Teenageralter im Haushalt haben, dann spielt der vermutlich Fortnite. Fortnite kann man ohne Beeinträchtigung gratis spielen. Trotzdem verdient Epic Games Milliarden damit, dass Spieler Geld für digitale Statussymbole bezahlen, die sie ein Einmaltransaktionen erwerben.

Bsp. Roblox

Wenn Sie eine jüngere Tochter haben, dann spielt diese womöglich Spiele über die Plattform Roblox. Mit Roblox kann jedermann eigene Spiele gestalten. Mit diesen Spielen kann jedermann Geld verdienen. Das meiste Geld wird dabei durch den Verkauf von digitalen Gütern verdient. Nicht durch Abos.

OnlyFans-Selbstpublisher verdienen mit Abos viel weniger als mit Einzeltransaktionen

Hoffentlich keine Kinder können viel Geld bei OnlyFans für mehr oder weniger pornografische Inhalte ausgeben, die dort von selbstständigen Sexarbeiterinnen angeboten werden. Fast alle diese Angebote kosten einen monatlichen Abobetrag. Aber viele der nicht selten auch in geschäftlichen Fragen sehr vorzeigebereiten OnlyFans-Publisherinnen berichten, dass sie das meiste Geld in Form von Trinkgeldern oder einzeln zu bezahlenden (digitalen!) Extraleistungen verdienen.

WeChat monetarisiert den Nutzermarkt vor allem mit Einzeltransaktionen

WeChat, die chinesische Universalplattform (Soziales Netzwerk, Bezahlsystem u.v.m.), generiert einen großen Teil ihrer Milliardenumsätze mit Einzeltransaktionen, zum Beispiel dem Verkauf von digitalen Spielefeatures, digitalen ‚Stickern‘ zur Individualisierung von Chats, der Bezahlung für werbefreie Nutzung, für einzelne Bezahlinhalte u.v.m. Überhaupt ist der chinesische Digitalmarkt stark von der Monetarisierung einzelner Transaktionen geprägt. Mit dem Verkauf einzelner Podcast-Folgen und anderer Hör-Angebote und mit dem Verkauf von Bildungsinhalten werden riesige Summen umgesetzt.

Ideensammlung Einzeltransaktionsmonetarisierung für Digitalpresse:

Einzeltransaktionen, vulgo Einzelverkäufe, sind ein Geschäftsmodell, das digitale Presseangebote bisher oft ignorieren. Auch ohne das Tabu des Einzelartikelverkaufs zu brechen, können wir uns viele digitale Angebote vorstellen, die Digitalpublisher gegen Einmalzahlungen anbieten könnten. Zum Beispiel:

  • Benachrichtigungsdienste
  • Die Einrichtung von Benachrichtigungsdiensten für aktuelle Berichte zu bestimmten Themen, Personen, Regionen…
  • Text2Speech
  • Audioangebote, zum Beispiel Text2Speech-Services
  • Archivinhalte
  • Archivinhalte (vgl. HBR, S.4)
  • Recherchedienste
  • Frage&Antwort-Dienste, Recherche-Services
  • Rätselspielturniere
  • Teilnahme an Rätselspielturnieren
  • Veröffentlichung von Texten gegen Bezahlung
  • Die Möglichkeit für die Leser, Meinungsbeiträge (auf entsprechend gekennzeichneten Seiten im Webangebot des Publishers) veröffentlichen zu können
  • produktnahes Merchandising
  • individuell personalisierte Versionen von Artikeln oder Titelseiten (z.B. Geburtstagsausgaben)

Diese Liste lässt sich mit etwas Phantasie und einem freien Kopf endlos fortsetzen.

  • Einzelartikelverkauf
  • Last not least (unser ceterum censeo): auch mit einzelnen Artikeln kann man Geld verdienen. Die richtige Preisgestaltung wird dabei verhindern, dass der Einzelartikelverkauf am Aboerfolg knabbert.
  • Sie möchten weiterlesen? Bitte wählen Sie den Zugang für Abonnenten (linke Schaltfläche) oder bestellen Sie ein Abonnement (rechte Schaltfläche)

  • Zugang für Abonnenten
    (oder per Laterpay einzeln kaufen)
    Abo bestellen