Lehmanns übernimmt Unternehmen der Mediengruppe Stein – aber nicht ims
Insolvenz Mediengruppe Stein
Lehmanns Media übernimmt etliche Unternehmen
aber nicht ims
Nachtrag zum Bericht in der letzten Ausgabe: Die Thalia Tochter Lehmanns Media GmbH hat sich in einem Bieterverfahren durchgesetzt und wird die meisten Tochterunternehmen der Mediengruppe Stein übernehmen, darunter auch LSL GmbH aber nicht die Firma ims Internationaler Medienservice Stein. Zwar sagt uns der Insolvenzverwalter, “der M&A Prozess für nicht von Lehmann Media übernommene Assets der Unternehmensgruppe dauert … weiter an”.
[pvd: ims unverkäuflich?]
Vorstellbar ist aber auch, dass ims, das bisher sehr viele Großkundenabonnements verkauft hatte, aufgrund seiner teils sehr komplexen Logistikprozesse unverkäuflich ist. Zumal viele bisherige ims-Kunden bereits zu anderen Fachbuchhändlern (oder auch direkt zum Verlag oder zum WBZ-Unternehmen Presseplus, vgl. unser Bericht in pvd #10/2025) gewechselt sind.
pv digest meint:
Die Insolvenz und die damit verbundenen Verluste für die Abonnenten (wegen bereits bezahlter aber von den Verlagen nicht mehr belieferter Abos) und die Verlage (wegen belieferter aber von der Mediengruppe Stein nicht bezahlter Abos) dürften ein für Verlage und Handel sensibles Thema auf die Tagesordnung bringen: die Vorauszahlung. Denn es ist zwar üblich aber keineswegs selbstverständlich, dass Abonnenten ihr Abo jährlich im Voraus bezahlen. Das verschafft Verlagen und Händlern einen Liquiditätsvorteil und – in besseren Zeiten – auch nennenswerte Zinserträge. Es verlagert darüber hinaus Insolvenzrisiken auf die Seite der Käufer. Die könnten diese Praxis nun mit Fug und Recht in Frage stellen.
