Outside+ will ‚Netflix für Outdoor SI-Medien‘ werden

Outside+

In der letzten Ausgabe haben wir über das +Alle-Abo des norwegischen Zeitungskonzerns Amedia berichtet. Für einen mehr oder weniger kleinen Aufpreis können die Digital-Abonnenten einer Zeitung den Zugang zu den Inhalten hinter den Paywalls von allen beinahe 80 weiteren Zeitungen des Konzerns hinzukaufen.

Special Interest-Verlag Outside mit ‚+Alle‘-ähnlichem Angebot

Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt der aggressiv wachsende Special Interest Magazin-Publisher Outside. Unter diesem Namen ist das Unternehmen gerade einmal einige Monate alt. Im Februar firmierte der damals vier Jahre alte US-Verlag Pocket Outdoor Media in ‚Outside‘ um. Das geschah anlässlich der Übernahme fünf weiterer Outdoor-Sport-Titel und einer Investorenrunde, die dem Verlag Kapital für das weitere Wachstum besorgen sollte.

Zum Verlag gehören rund 30 Magazine und weitere Digitalangebote

Zum Portfolio des Unternehmens gehören heute rund 30 Magazintitel aus dem Sport-Lifestyle-Segment. Darüber hinaus aber auch die Landkarten-App Gaia GPS, die Wanderern typografische Karten zur Verfügung stellt, die Ausdauersport-Registrierungsplattform AthleteReg und das Bewegtbild-Unternehmen Outside TV. Rund 400 Mitarbeiter sollen bei den verschiedenen Titeln und Tochterunternehmen von Outside beschäftigt sein.

Outside-Magazine haben 1 Mio Abonnenten

Über alle Titel hinweg zählt Outside rund 1Mio Abonnenten, die im Durchschnitt 70$ pro Jahr für ihre Zeitschrift bezahlen.

Viele Menschen interessieren sich für mehr als 1 Outdoor-Aktivität

So speziell die Marken von Outside auch sein mögen. Yoga und Indoor-Klettern, Fahrradfahren und Wandern, Bodybuilding und Interesse an Ernährungsfragen gehen oft Hand in Hand. CEO Robin Thurston behauptet, dass 60% der monatlichen 70Mio Unique Visitors auf den Websites des Konzerns mindestens drei verschiedene Aktivitäten aus dem Themenfeld seiner Medien verfolgten. Diesen Vielfach-Interessierten Outdoor-Sportlern macht das Unternehmen nun ein übergreifendes Angebot.

Outside+ bietet dieser Zielgruppe Inhalte aller Outside-Magazine

plus weitere Vorteile

Für 99$ jährlich erhalten Outside+ Mitglieder werbefreien Zugriff auf Bezahlinhalte sämtlicher Magazinmarken des Unternehmens. Sie können Video-Tutorials, Trainingspläne und die Gaia App nutzen und etliche weitere Vorteile. Und sie erhalten das Outside-Magazin, das als die gesamte Outdoor-Zielgruppe übergreifende Zeitschrift gestaltet ist.

Outside+ ist Weiterentwicklung von ‚Active Pass‘

daraus stammen bereits 500.000 Abos

Key Feature: personalisierter Artikel-Feed

Schon vorher hatten viele Medien des Verlages das gleich teure Mitgliedschaftsprogramm ‚Active Pass‘ im Angebot, das neben 1Mio Printabos weitere 500.000 bezahlende Nutzer auf sich vereinte. Sämtliche Active Pass-Bezahler werden nun auf Outside Plus umgestellt. Im Unterschied zum Vorgänger-Mitgliedschaftsmodell verspricht das ein nahtloses Erlebnis über alle Websites und Paywalls hinweg, dank eines zentralen Single Sign Ons für alle Outside-Digitalangebote.

These: Zielgruppe weltweit 2Mrd Menschen

Vision: 5-10Mio Outside+ Abonnenten

Neben dem Single Sign On soll ein personalisierter Artikel-Feed, der jedem Abonnenten individuell nach seinen Interessen Inhalte aus den zahlreichen Medien des Unternehmens zuspielt, ein wichtiges Feature von Outside+ werden.

Mit seinem neuen Sportinhalte-Flatrate-Angebot glaubt CEO Robin Thurston weltweit 2Mrd Menschen ansprechen zu können, die er der „active lifestyle category“ zuordnet. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir 5-10Mio bezahlte Abos gewinnen können, wenn wir fortfahren, unser Angebot auszubauen“. Und Michael Moritz, Partner bei Sequioa Heritage, einem der Finanziers der Unternehmung, nennt die Vision beim Namen: „Genauso wie Netflix und Amazon Prime – Outside wird unverwechselbare Inhalte erschaffen und an ein weltweites Publikum auf jedes Internet-fähige Gerät distribuieren“.

pvd meint Special Interest Zeitschriften blühen typischerweise in kleinen Nischen. Outside glaubt, dass man viele benachbarte kleine Nischen zu einem großen Markt entwickeln kann. Und mit zusammenaddierten 1,5Mio Abos ist die Ausgangsbasis für diesen Plan gar nicht so klein.

‚Es gibt nur zwei Wege, um im Internet Geld zu verdienen: Bündeln und Entbündeln‘. Das soll der sehr bekannte Internet-Pionier Marc Andreessen einmal gesagt haben. Outside+ verfolgt den ersten dieser beiden Wege. Das ist vielversprechend. Muss man dazu mit Investorengeldern alle beteiligten Nischenmedien aufkaufen? Theoretisch nicht. Solche Angebote könnten auch aus Kooperationen entstehen. Praktisch haben Konzerne wie Amedia oder Outside aber natürlich erhebliche Geschwindigkeitsvorteile, wenn es um das Schaffen solcher Packages geht.

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