Später aber Raketenstart der Paywall von El País

Spaniens größte Zeitung hat Anfang Mai zweiten Mal eine Paywall installiert

Als gebranntes Kind hat die größte spanische Zeitung El País sehr lange damit gezögert, zum zweiten Mal eine Paywall einzurichten. Ein erstes Mal fand 2002 statt. 2005 wurde diese Paywall wieder abgebaut. In der Zwischenzeit hatte elpais.com die Rolle des führenden Zeitungs-Webangebotes an den Wettbewerber El Mundo verloren. Nachdem neuer Mut gefasst war und die Paywall Anfang 2020 hätte kommen sollen, kam es zu Projektverspätungen bei der Implementierung des Contentmanagementsystems Arc, das von der Washington Post lizenziert wird. Und dann wurde der für den 15. März vorgesehene Launch des Bezahlangebotes Corona-bedingt noch einmal verschoben.

Seit Juli 2019 gab es vor einigen Beiträgen eine Registrierungs-Schranke

Seit Juli 2019 gab es immerhin schon einmal eine Registrierungsschranke vor Meinungsbeiträgen und der Kommentarfunktion. Bis zur Corona-Krise hatte El País damit schon 2,4Mio registrierte Nutzer gewonnen. Im April alleine kamen dann noch einmal rund 1Mio neu registrierte Nutzer hinzu.

Metered Paywall mit 10 Gratisartikeln/Monat

Seit Anfang Mai gibt es nun endlich eine nicht allzu undurchlässige Bezahlschranke. Das Meter lässt ohne Abonnement pro Monat 10 Artikelaufrufe zu. Artikel zur Pandemie stehen allesamt vor der Paywall und sind damit für jedermann kostenlos. Und bis zum Start der Paywall hatte die Zeitung in Reaktion auf die Corona-Krise sogar den Download ihres täglichen E-Papers jedermann gratis angeboten.

nur 6 Wochen nach Start 52.000 (überwiegend bezahlende Probe-)Abonnenten

i.V. zu <100.000 Print

Deswegen ist der Verlag zu Recht positiv von einem Zwischenresultat überrascht, das er nur 6 Wochen nach dem Start des Bezahlangebotes gezogen hat. Mitte Juni hatte El País bereits 52.000 Digital-only-Abonnenten (1€ im ersten Monat, danach 10€/Monat oder 108€ pro Jahr). Die vergleichen sich zu weniger als 100.000 täglich verkauften Printexemplaren.

pvd meint: Mit Blick auf diese Relation kann man den anfänglichen Erfolg nur als Raketenstart bezeichnen. Zwar mit dem Rückenwind des Corona-Booms. Dafür aber mit einem, wenn auch extrem rabattierten, nicht kostenlosen ersten Monat.

  • Sie möchten weiterlesen? Bitte wählen Sie den Zugang für Abonnenten (linke Schaltfläche) oder bestellen Sie ein Abonnement (rechte Schaltfläche)

  • Zugang für Abonnenten
    (oder per Laterpay einzeln kaufen)
    Abo bestellen