Trendthema leserfinanziertes Selfpublishing

Zu den ältesten Disruptions-Phantasien der Internet-Welt gehört die Vorstellung, dass praktisch jeder zum Verleger seiner eigenen Publikation werden kann, dass nicht wenige in der Lage sein werden, auf diese Art ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und dass den Verlagen die Journalisten abhandenkommen, weil die sich derart als Self-Publisher selbstständig machen. Verändert hat sich über die Zeit bisher vor allem das Klischee-Bild, das von einem Self-Publisher bzw. Unternehmer-Journalisten gezeichnet wird. Anfangs hatte man vor allem noch Blogger, also Textautoren vor Augen, die häufig tatsächlich aus dem etablierten Journalismus kamen. Heute sind die erfolgreichsten Selfpublisher weder Textautoren noch Journalisten. Am meisten Geld mit der Publikation eigener Inhalte verdienen einzelne Personen derzeit mit Videos. Die Videoinhalte sind oft weniger Informationen, Analysen oder Kommentare (wobei es auch davon eine ganze Menge hochwertiger Beispiele gibt!), sondern pure Unterhaltung – Videospiele, Scherze&Streiche, Selbstinszenierungen. Statt von Bloggern spricht man von Influencern. Die generieren ihre Einnahmen bisher überwiegend mit Werbebotschaften. Das ändert sich allerdings gerade rapide. Besonders im Bereich der Livestreams spielt zunehmend der Verkauf von digitalen 'Badges' (Symbolen) oder digitalen Privilegien (Hervorhebung von Kommentaren, exklusive Kommentarfunktionen usw.) eine
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