Paid Podcasts: neue Bezahlangebote bei Der Spiegel & The Pioneer

Paid Podcasts

Spiegel-App enthält nun auch vorgelesene Heft-Ausgaben

Der Spiegel will seine Hörangebote im Lesermarkt monetarisieren. Dazu hat er die ohnehin schon prominent eingebundenen ‚Audio‘-Angebote in seiner App verbessert und erweitert. In der App finden sich nun neben den Podcasts auch vertonte Ausgaben. Letztere bündeln die von professionellen Sprechern vorgelesenen Artikel des jeweiligen Spiegel-Heftes (bis auf Ausnahmen werden die kompletten Hefte vertont!). Außerdem verspricht das Magazin vierzehntäglich eine Auswahl Hör-Artikel aus dem Magazin Spiegel Geschichte und kindgerecht vertonte Beiträge aus Dein Spiegel.

und andere neue Hör-Inhalte

App-Funktionen um Podcast-typische Features erweitert

  • Playlists
  • Downloads
  • Sperrbildschirm-Steuerung

Funktionell haben die Spiegel-Macher einige Features eingebaut, die das Audio-Angebot besonders komfortabel nutzbar machen. Die Hörinhalte lassen sich zum offline-Anhören herunterladen. Es können ‚Playlists‘ definiert werden, also individuelle Abfolgen nacheinander abzuspielender Beiträge. Die Audio-Wiedergabe kann auch über den Sperrbildschirm des Handys noch gesteuert werden.

Der Spiegel auch für Alexa und Google Home

Auch aus dem Web heraus kann auf die vertonten Artikel zugegriffen werden. Und über die Hörlautsprecher Alexa von Amazon und Google Home können die vertonten Spiegel-Beiträge ebenfalls angehört werden.

Wer alles hören will muss bezahlen. Entweder Spiegel+ (20€) oder nur Audio+ (15€)

Dabei sind die Heftinhalte und einige andere Hörangebote bezahlpflichtig. Spiegel-Abonnenten können sie gratis nutzen (vorerst für 12 Monate, danach sollen sie laut aktueller Ankündigung 2,99€ Aufpreis pro Monat dafür bezahlen). Nichtabonnenten können extra dafür bezahlen. Statt 19,99€ für das Spiegel+ Digitalabo können sie 14,99€ für ‚Audio+‘ bezahlen und den Spiegel dann nur hören und nicht auch lesen.

Gabor Steingarts The Pioneer mit neuer Podcast-App

Bezahl-Podcasts können nun auch ‚in-App‘ bezahlt werden

(monatlich 9,99€ bzw.19,99€)

Gabor Steingarts The Pioneer hat eine eigene Podcast-App. Die wurde jetzt gerelauncht und dabei ein separates Hör-Abo installiert. Über die App kann jedermann gratis den täglichen Morning Briefing Podcast anhören [laut einer aktuellen YouGov-Erhebung in den Top10 der meistgehörten Podcasts in Deutschland]. Für andere Podcasts muss bezahlt werden. Direkt bezahlende Pioneers können über ihr Abokonto einen Freischaltcode abrufen, mit dem sie alle Podcasts über die App anhören können. Nicht-Abonnenten können in der App den Zugriff auf „alle Spezial-Folgen von Steingarts Morning Briefing (9,99€/Monat) oder die komplette Podcast-Kollektion von The Pioneer (19,99€/Monat)“ erwerben (so stellte Gabor Steingart die App in seinem Newsletter vor).

pvd meint Audio scheint der Lieblingskanal des Startups The Pioneer zu sein. Auch Der Spiegel hat diesem Kanal eine sehr prominente Stellung eingeräumt. Bemerkenswert ist dabei die Preisgestaltung. 10€ für einen vertonten täglichen Newsletter bei The Pioneer und gar 20€ für das Gesamtangebot sind sehr ambitioniert. 15€ für den Hör-Spiegel stehen in Relation zu 20€ für ‚Alles vom Spiegel‘. Beide Publikationen machen aus dem bisherigen Gratismedium Podcast ohne Zwischenschritte ein Hochpreisangebot. Werden sich dafür Kunden in nennenswerter Zahl finden? Oder sind das nur Schein-Angebote, um abonnierwillige Personen gleich für das Aboangebot ‚mit Allem‘ zu gewinnen?

pvd #7/2020: tägliche Hör-Ausgabe der Cuxhavener Zeitungen

eingelesen von professionellen Sprechern

als Bezahlangebot

PS: Vor einem Jahr berichteten wir über die damals frisch gelaunchte Hör-Ausgabe der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung (zusammen rund 15.000 Abos). Das war ein 6x wöchentlich erscheinender Podcast von jeweils rund 30 Minuten Länge, der lokale und regionale Berichte der Zeitungen, von professionellen Sprechern vorgelesen, präsentierte. Der Podcast wurde als bezahlpflichtiges Angebot neben das Paywallabo gestellt. Beide Abos kosteten 6,90€. Nur für Premium-Abonnenten (Print+Digital) war der Podcast im Abo inkludiert.

=> nicht erfolgreich

Das hat nicht funktioniert. Die angestrebten 500 bezahlenden Podcast-Abonnenten erschienen schnell unerreichbar.

heute stark gekürzte (professionell vorgelesene) tägliche Gratis-Podcasts

Heute produzieren Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung den täglichen Podcast immer noch. Allerdings ist die Länge auf 10 Minuten geschrumpft. Dafür ist er gratis nutzbar. 5.700 Downloads erziele er in einem durchschnittlichen Monat, täglich zwischen 100 und 500 sagt Geschäftsführer Ralf Drossner gegenüber pv digest. Mit der Monetarisierung hapere es – auch Corona-bedingt – noch. Aber perspektivisch sieht Drossner Chancen für das Angebot im Werbemarkt.

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